Anwalt für Strafrecht & Sexualstrafrecht in Düsseldorf, NRW, Saarbrücken & Saarland
Kinderpornografie, § 184b StGB und Führungszeugnis: Welche Einträge drohen?

Das Wichtigste
- Ein bloßes Ermittlungsverfahren wegen § 184b StGB wird nicht in das Führungszeugnis eingetragen.
- Eine Einstellung nach § 170 Abs. 2 StPO oder § 153a StPO führt nicht zu einem Eintrag ins Führungszeugnis.
- Eine Verurteilung wegen § 184b StGB wird immer in das erweiterte Führungszeugnis eingetragen (§ 32 Abs. 5 BZRG).
- In das einfache Führungszeugnis erfolgt ein Eintrag, wenn die Verurteilung mehr als 90 Tagessätze Geldstrafe oder mehr als 3 Monate Freiheitsstrafe beträgt.
- Von einem Eintrag im Führungszeugnis sind soziale, pädagogische, therapeutische und kinder- oder jugendnahe Berufe besonders betroffen.
Wer im Verdacht steht, kinderpornographische Inhalte verbreitet, besessen oder hergestellt zu haben (§ 184b StGB) stellt sich die Frage, was eine Verurteilung für das eigene private und berufliche Leben bedeuten wird. Denn ein Eintrag im Führungszeugnis wegen § 184b StGB führt nicht selten zu einem vollständigen Ausschluss aus dem Beruf und zu einer damit einhergehenden wirtschaftlichen Existenzbedrohung.
Ein Ermittlungsverfahren wegen § 184b StGB wird nicht in das Führungszeugnis eingetragen. Entscheidend wird es erst bei einer rechtskräftigen Verurteilung durch ein Urteil. Eine Verurteilung wegen § 184b StGB wird immer in das erweiterte Führungszeugnis eingetragen (§ 32 Abs. 5 BZRG) eingetragen.
Regelmäßig erfolgt bei einer Verurteilung auch ein Eintrag in das einfache Führungszeugnis. Hier sieht das Gesetz zwar grundsätzlich eine Ausnahme vor (§ 32 Abs. 2 BZRG): Verurteilung bis zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten werden nicht eingetragen wird.
Allerdings beträgt die Mindestfreiheitsstrafe für den Besitz von Kinderpornografie drei Monate Freiheitsstrafe (§ 184b Abs. 3 StGB) und für das Versenden bzw. Verbreiten sechs Monate Mindestfreiheitsstrafe. Dies hat zur Folge, dass nahezu jede Verurteilung wegen § 184b StGB auch einen Eintrag in das einfache Führungszeugnis nach sich zieht.
Verteidigung bei § 184b StGB-Vorwurf durch Straf.Law
Yannic Ippolito ist Rechtsanwalt für Strafrecht und Sexualstrafrecht. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Verteidigung liegt auf Verfahren wegen § 184b StGB – also dem Vorwurf des Besitzes, Erwerbs oder der Verbreitung kinderpornographischer Inhalte.
Ziel ist häufig, eine Anklage zu verhindern, eine öffentliche Hauptverhandlung zu vermeiden und eine Lösung zu erreichen, die Führungszeugnis und berufliche Zukunft so weit wie möglich schützt.
Kanzlei in Düsseldorf und Saarbrücken.
→ Zu allen Erfolgen in § 184b StGB-Verfahren
→ Strafverteidigung beim Vorwurf § 184b StGB in Düsseldorf & NRW
Auf einen Blick
- Steht ein Ermittlungsverfahren wegen § 184b StGB im Führungszeugnis?
- Was ist der Unterschied zwischen Führungszeugnis und Bundeszentralregister?
- Wann erscheint § 184b StGB im einfachen Führungszeugnis?
- Erweitertes Führungszeugnis und § 184b StGB: Welche Berufe sind gefährdet?
- Behördliches Führungszeugnis und § 184b StGB: Worum geht es?
- Wie lange bleibt ein Eintrag wegen § 184b StGB im Führungszeugnis sichtbar?
- Bleibt das Führungszeugnis bei einer Einstellung sauber?
- Welche Verteidigungsstrategie schützt das Führungszeugnis bei § 184b StGB?
- Wie hilft Straf.Law bei § 184b StGB und Führungszeugnis?
- FAQs zu § 184b StGB und Führungszeugnis
1. Steht ein Ermittlungsverfahren wegen § 184b StGB im Führungszeugnis?
Nein. Ein bloßes Ermittlungsverfahren wegen § 184b StGB steht nicht im Führungszeugnis. Sichtbar wird es dort erst bei einer rechtskräftigen Verurteilung.
Solange das Verfahren im Ermittlungsstadium läuft, ist der Betroffene Beschuldigter. Es gilt die Unschuldsvermutung bis zum rechtskräftigen Schuldspruch.
Das bedeutet aber nicht, dass der Arbeitgeber niemals von dem Verfahren erfahren kann. Kenntnis kann auf anderen Wegen entstehen, etwa durch:
- eine Durchsuchung am Arbeitsplatz,
- Beschlagnahme von Dienstgeräten,
- dienstrechtliche oder arbeitsvertragliche Mitteilungspflichten,
- Freistellung oder Suspendierung,
- eigene vorschnelle Erklärungen des Beschuldigten,
- berufsrechtliche Prüfungen in sensiblen Bereichen.
Gerade deshalb sollte ein Beschuldigter nicht selbst erklären, was passiert ist. Ohne Akteneinsicht ist unklar, welche Dateien gefunden wurden, wo sie gespeichert waren, ob ein Besitzwille nachweisbar ist und ob der Tatvorwurf überhaupt tragfähig ist.
2. Was ist der Unterschied zwischen Führungszeugnis und Bundeszentralregister?
Das Führungszeugnis ist nur ein Auszug aus dem Bundeszentralregister (§ 30 BZRG). Es gibt Auskunft darüber, ob jemand vorbestraft ist oder nicht. Das Bundeszentralregister enthält mehr Informationen als ein Führungszeugnis. Und nicht jede Eintragung im Bundeszentralregister erscheint automatisch im Führungszeugnis.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen:
- Einfaches Führungszeugnis: Relevant für private Arbeitgeber
- Erweitertes Führungszeugnis (§ 30a BZRG): Relevant bei Tätigkeiten im sozialen oder pädagogischen Beruf mit Minderjährigen
- Behördliches Führungszeugnis (§ 30 Abs. 5 BZRG): Zur Vorlage bei Behörden
Wenn eine Verurteilung nicht im einfachen Führungszeugnis steht, bedeutet das also nicht, dass sie nirgendwo gespeichert ist. Sie wird im Bundeszentralregister geführt und steht insbesondere bei einer Verurteilung wegen § 184b StGB jedenfalls im erweiterten Führungszeugnis (§ 32 Abs. 5 BZRG).
3. Wann erscheint § 184b StGB im einfachen Führungszeugnis?
Im einfachen Führungszeugnis erscheint eine Verurteilung wegen § 184b StGB bei einer Erstverurteilung zu einer Geldstrafe von mehr als 90 Tagessätzen oder zu einer Freiheitsstrafe von mehr als drei Monaten (§ 32 Abs. 2 Nr. 5 BZRG). Das gilt aber nur, wenn keine weitere Strafe im Register eingetragen ist.
Das einfache Führungszeugnis wird häufig für private Arbeitgeber benötigt. Es enthält nicht jede registerrechtliche Eintragung.
Nahezu jede Verurteilung wegen § 184b StGB führt auch zu einem Eintrag in das einfache Führungszeugnis
Das Gesetz sieht für den Besitz einer einzigen kinderpornographischen Datei eine Mindestfreiheitsstrafe von drei Monaten vor. Da dies bereits die gesetzliche Obergrenze in § 32 Abs. 2 Nr. 5 BZRG darstellt, führt nahezu jede Verurteilung wegen § 184b StGB auch zu einem Eintrag in das einfache Führungszeugnis.
4. Erweitertes Führungszeugnis und § 184b StGB: Welche Berufe sind gefährdet?
Jede Verurteilung wegen § 184b StGB führt zu einem Eintrag in das erweiterte Führungszeugnis (§ 32 Abs. 5 BZRG).
Ein erweitertes Führungszeugnis wird vor allem bei Tätigkeiten mit Minderjährigen verlangt. Das betrifft berufliche oder ehrenamtliche Beaufsichtigung, Betreuung, Erziehung, Ausbildung oder vergleichbare Tätigkeiten mit Kontakt zu Kindern und Jugendlichen. Bei § 184b StGB führt dies in der Praxis regelmäßig zum Verlust des Berufs.
Ein erweitertes Führungszeugnis wird typischerweise verlangt bei Tätigkeiten in:
- Kita,
- Schule,
- Therapie,
- Logopädie, Ergotherapie oder
- sozialen, pädagogischen und pflegerischen Berufen.
In der Kinder- und Jugendhilfe spielt außerdem § 72a SGB VIII eine wichtige Rolle. Träger müssen dort sicherstellen, dass einschlägig vorbestrafte Personen nicht in bestimmten Tätigkeiten mit Minderjährigen eingesetzt werden.
Die praktische Folge kann erheblich sein:
- Arbeitsplatzverlust,
- Tätigkeitsausschluss,
- Nichtverlängerung eines Vertrags,
- Ablehnung einer Einstellung oder
- Probleme mit einer Berufserlaubnis.
Straf.Law behalt auch diese außerstrafrechtlichen Folgen im Blick und zielt auch deswegen auf eine frühe Einstellung des Verfahrens beim Vorwurf nach § 184b StGB ab – sofern es die Beweislage zulässt.
Strafverteidiger Ippolito:
Eine Verurteilung wegen § 184b StGB erscheint immer im erweiterten Führungszeugnis und nahezu auch im einfachen Führungszeugnis.
5. Behördliches Führungszeugnis und § 184b StGB: Worum geht es?
Ein behördliches Führungszeugnis kann mehr enthalten als ein privates Führungszeugnis. Bei § 184b StGB ist das besonders relevant, wenn es um Zuverlässigkeit, Verbeamtung, Approbation, Berufserlaubnis oder andere behördliche Prüfungen geht.
Ein behördliches Führungszeugnis wird nicht für jeden privaten Arbeitgeber ausgestellt. Es dient ausschließlich der Vorlage bei einer Behörde. In bestimmten Fällen können dort Eintragungen erscheinen, die im einfachen privaten Führungszeugnis nicht sichtbar wären.
Relevant kann das sein bei:
- Verbeamtung,
- öffentlichem Dienst,
- Lehramt und Referendariat,
- Heilberufen und Berufserlaubnissen,
- Approbationen,
- Zulassungsverfahren,
- Luftsicherheit,
- sonstigen Zuverlässigkeitsprüfungen.
Beschuldigte sollten daher nicht nur fragen, ob ein privates Führungszeugnis sauber bleibt. Wichtig ist auch, welche Stelle später welche Auskunft verlangen darf.
6. Wie lange bleibt ein Eintrag wegen § 184b StGB im Führungszeugnis sichtbar?
Eine Verurteilung wegen § 184b StGB wird grundsätzlich erst nach zehn Jahren nicht mehr in ein erweitertes Führungszeugnis aufgenommen (§ 46 Abs. 1 Nr. 1a BZRG).
Dies kann für den Einzelnen ein sehr langer Zeitraum sein und führt in bestimmten beruflichen Konstellationen häufig zu einer vollständigen beruflichen Neuorientierung.
7. Bleibt das Führungszeugnis bei einer Einstellung sauber?
Ja. Eine Einstellung nach § 170 Abs. 2 StPO oder § 153a StPO führt zu keinem Eintrag in das Führungszeugnis. Gerade deshalb sind diese Verfahrensausgänge bei § 184b StGB oft das wichtigste Verteidigungsziel.
Mehr hierzu: Einstellung bei § 184b StGB: Wann kann ein Verfahren beim Vorwurf Kinderpornografie eingestellt werden? →
Strafverteidiger Ippolito:
Kann das Verfahren wegen § 184b StGB zur Einstellung gebracht werden, bleibt das Führungszeugnis sauber!
8. Welche Verteidigungsstrategie schützt das Führungszeugnis bei § 184b StGB?
Die Einstellung des Verfahrens oder der rechtskräftige Freispruch vor Gericht schützen das Führungszeugnis am meisten. Deshalb prüft Straf.Law im Ermittlungsverfahren zuerst eine Einstellung nach § 170 Abs. 2 StPO und danach eine Einstellung nach § 153a StPO.
Wenn eine Verurteilung nicht vermeidbar ist, müssen zumindest das Strafmaß und die Folgen durch einen Eintrag in das Führungszeugnis für den beruf des Mandanten mitgedacht werden.
Für den Schutz des Führungszeugnisses sind besonders wichtig:
- Einstellung nach § 170 Abs. 2 StPO: wenn der Tatnachweis nicht ausreicht.
- Einstellung nach § 153a StPO: wenn eine Verfahrensbeendigung gegen Auflage erreichbar ist.
- Angriff auf die Täterschaft: wenn nicht sicher ist, wer das Gerät genutzt hat.
- Angriff auf den Besitzwillen: etwa bei Auto-Downloads, Cache, Cloud oder Messenger-Gruppen.
- Bildbezogene Verteidigung: wenn fraglich ist, ob die Dateien überhaupt § 184b StGB erfüllen.
Straf.Law behalt auch die möglichen beruflichen Folgen nach einer Verurteilung wegen § 184b StGB im Blick – und richtet auch hieran die Verteidigungsstrategie aus.
9. Wie hilft Straf.Law bei § 184b StGB und Führungszeugnis?
Straf.Law prüft bei § 184b StGB von Anfang an die strafrechtlichen und registerrechtlichen Folgen. Entscheidend ist nicht nur, welche Strafe droht, sondern auch, ob ein Eintrag im einfachen oder erweiterten Führungszeugnis vermieden werden kann. Ziel ist eine Verteidigung, die Strafverfahren, Beruf und Zukunft zusammen denkt.
Rechtsanwalt Yannic Ippolito ist ausschließlich im Strafrecht tätig. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf § 184b StGB und digitalen Sexualdelikten. Seit 2019 ist er in der Strafrechtslehre an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf tätig. Seit 2024 ist er Ausbilder im Strafrecht am Landgericht Düsseldorf.
Vorwurf § 184b StGB in Düsseldorf oder im Saarland?
Straf.Law verteidigt Beschuldigte bei Besitz, Erwerb oder Verbreitung kinderpornographischer Inhalte (§ 184b StGB) – in Düsseldorf, Saarbrücken und im gesamten NRW sowie Saarland.
Kanzlei in Düsseldorf und in Saarbrücken. Erfahrung mit Verfahren der Staatsanwaltschaften Düsseldorf und Saarbrücken sowie mit digitalen Auswertungen durch LKA NRW und LKA Saarland.
Ziel der Verteidigung: Frühe Einstellung des Verfahrens im Ermittlungsverfahren und eine öffentliche Hauptverhandlung verhindern.
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FAQs zu § 184b StGB und Führungszeugnis
Nein. Ein bloßes Ermittlungsverfahren wird nicht in das Führungszeugnis eingetragen.
Nein. Bei einer Einstellung nach § 170 Abs. 2 StPO oder § 153a StPO erfolgt kein Eintrag. Bei einer Verurteilung erfolgt immer ein Eintrag in das erweiterte Führungszeugnis und regelmäßig auch in das einfache Führungszeugnis.
Ja. Eine Einstellung nach § 170 Abs. 2 StPO oder § 153a StPO führt zu keinem Eintrag ins Führungszeugnis.
Durch einen Eintrag in das erweiterte Führungszeugnis verlieren Mandanten in pflegerischen, sozialen, pädagogischen oder therapeutischen Berufen faktisch ihre Erlaubnis, den Beruf weiter ausüben zu dürfen.
Das Führungszeugnis ist nur ein Auszug aus dem Bundeszentralregister. Nicht jeder Eintrag im Register erscheint automatisch im Führungszeugnis.
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Aktuelle Erfolge | Vorwurf Kinderpornographie (§ 184b StGB)
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Amtsgericht KölnVorwurf: Besitz kinderpornographischer Inhalte und automatisierter Upload in Cloud
Amtsgericht DetmoldVorwurf: Besitz von Kinderpornographie durch Instagram-Chat bei vorgespielter anderer Identität
Amtsgericht HagenIhr Strafverteidiger

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1. Vorladung | Anklage | Strafbefehl
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2. Tatvorwurf | Verteidigung
Was Ihnen genau vorgeworfen wird und welche Strategien zur Verteidigung bestehen.
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Was Sie als nächstes tun sollten und was nicht. Wie die Verteidigung am besten vorbereitet wird.
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Strafverteidiger Ippolito: 











