Strafrecht | Strafverteidigung

Vorwurf: Besitz kinderpornographischer Inhalte und automatisierter Upload in Cloud
Vor dem Amtsgericht Detmold wurde gegen den Mandanten ein Strafverfahren wegen Besitzes kinderpornographischer Inhalte (§ 184b Abs. 3 StGB) eingeleitet. Hintergrund waren rund 130 Dateien, die sich im Rahmen eines Downloadvorgangs automatisch über eine Cloud-Synchronisation auf sein Mobiltelefon übertrugen. Strafverteidiger Ippolito stellte die technischen Abläufe sowie die bereits massiven außerstrafrechtlichen Folgen in den Mittelpunkt der Verteidigung. Ergebnis: Einstellung des Verfahrens gegen Geldauflage – keine Freiheitsstrafe, Existenz gesichert.
Ausgangslage
Der Mandant ist Familienvater von vier Kindern und sichert durch sein Einkommen die wirtschaftliche Grundlage seiner Familie.
Im privaten Bereich konsumierte der Mandant viel legale Pornographie. Im Zuge des Herunterladens befanden sich in einem Ordner jedoch auch rund 130 Dateien, die insbesondere dem Tatbestand des § 184b StGB (Kinderpornographie) unterfielen.
Durch die auf dem Mobiltelefon aktivierte Google-Cloud-Synchronisation wurden die Dateien automatisch hochgeladen. Diese automatisierte Übertragung führte zu internationalen Meldungen über NCMEC, woraufhin die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Besitzes und Veröffentlichung kinderpornografischer Inhalte (§ 184b Abs. 3 StGB) vor dem Amtsgericht Detmold erhob.
Herausforderung: Freiheitsstrafe und außergerichtliche Folgen
§ 184b StGB sieht ausschließlich Freiheitsstrafe vor und stellt damit ein schwerwiegender Straftatbestand im Sexualstrafrecht dar.
Besonders belastend waren zudem die außerstrafrechtlichen Folgen, die bereits vor einer gerichtlichen Entscheidung eingetreten waren:
- erhebliche Belastungen für Ehe und Familie,
- massive Stigmatisierung durch den Tatvorwurf,
- Hausdurchsuchung und polizeiliches Einschreiten,
- Auswirkungen auf das berufliche und soziale Umfeld,
- akute Gefährdung der wirtschaftlichen Existenz der Familie.
Der Tatvorwurf des Besitzes von kinderpornographischen Inhalten (§ 184b StGB) erschütterte die gesamte Lebenssituation des Mandanten – unabhängig davon, dass über Schuld oder Strafe noch nicht entschieden war.
Strategie: Technische Abläufe und Einzelfallbetrachtung
Strafverteidiger Ippolito stellte den technischen und tatsächlichen Kontext des Falles konsequent in den Mittelpunkt der Verteidigung. Entscheidende Punkte waren:
- der überwiegende Konsum legaler Inhalte,
- die Einordnung der verbotenen Dateien als nicht gezielt gesuchter „Beifang“,
- die automatisierte Cloud-Synchronisation ohne bewusste Upload-Handlung,
- die Übernahme von Verantwortung dafür, dass die Dateien nicht sofort gelöscht wurden,
- sowie die bereits erheblichen außerstrafrechtlichen Konsequenzen für den Mandanten.
Durch die detaillierte Darstellung der technischen Abläufe – insbesondere der automatisierten Synchronisation – und die Verbindung mit der persönlichen Situation des Mandanten konnte eine differenzierte rechtliche Bewertung erreicht werden, die dem Einzelfall gerecht wurde.
Ergebnis: Einstellung statt Freiheitsstrafe
Gericht und Staatsanwaltschaft folgten der Verteidigungsargumentation. Das Verfahren wurde gegen eine Geldauflage eingestellt.
Damit konnten ein strafrechtliches Urteil und insbesondere eine Freiheitsstrafe vermieden werden. Die persönliche Freiheit des Mandanten blieb ebenso erhalten wie die wirtschaftliche Grundlage seiner Familie.
Ergebnis: Einstellung des Verfahrens. Freiheit und wirtschaftliche Existenz gesichert.
Fazit: Technische Argumentation und Kontext
Der Fall zeigt, dass es bei technisch geprägten Vorwürfen nach § 184b StGB entscheidend auf die konkreten Umstände des Einzelfalls ankommt.
Ob Dateien gezielt gesucht oder lediglich automatisiert erfasst und synchronisiert wurden, spielt eine zentrale Rolle – ebenso das Verständnis internationaler Meldewege über Cloud-Dienste und Organisationen wie NCMEC.
Nur durch eine präzise technische und rechtliche Einordnung lässt sich eine Verteidigungsstrategie entwickeln, die belastende Strafurteile vermeidet und existenzielle Schäden für Betroffene und ihre Familien abwendet.
Ergebnis: Einstellung. Keine Strafe. Freiheit geschützt.
FAQ zum Fall
1. Kann eine automatische Cloud-Synchronisation als „Veröffentlichung“ gelten?
Grundsätzlich kann auch ein automatisierter Upload von kinderpornographischen Inhalten nach § 184b StGB strafrechtlich relevant sein. Entscheidend ist jedoch, ob der Upload bewusst veranlasst wurde und wie die technischen Abläufe im Einzelfall einzuordnen sind.
2. Welche Rolle spielen internationale Meldestellen wie NCMEC?
Cloud-Anbieter melden verdächtige Inhalte häufig automatisiert an internationale Stellen wie NCMEC. Diese Meldungen sind oft Ausgangspunkt für Strafverfahren in Deutschland.
3. Warum wurde das Verfahren trotz des Vorwurfs nach § 184b StGB eingestellt?
Ausschlaggebend waren der fehlende gezielte Such- und Uploadwille, die automatisierte technische Übertragung sowie die bereits erheblichen außerstrafrechtlichen Folgen für den Mandanten.
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