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Vorwurf: Anstiftung zum Ausstellen unrichtiger Gesundheitszeugnisse (Corona)

Wo: Amtsgericht Recklinghausen
Wann: 03.12.2025
Ergebnis: Einstellung
Der Mandant wurde vor dem Amtsgericht Recklinghausen wegen des Vorwurfs der Anstiftung zum Ausstellen unrichtiger Gesundheitszeugnisse angeklagt. Der Tatvorwurf bezog sich auf die Corona-Zeit und angebliche Scheinimpfungen. Trotz einer belastenden Beweislage und eines bereits verurteilten Arztes konnte Strafverteidiger Ippolito eine Einstellung des Verfahrens erreichen. Ergebnis: Einstellung. Keine Strafe. Kein Eintrag im Führungszeugnis.

Ausgangslage: Corona-Zeit und strafrechtliche Aufarbeitung

Die Tatzeit fiel in eine Phase, die viele Menschen bis heute als außergewöhnlich belastend in Erinnerung haben: die Corona-Pandemie.
In dieser Zeit galten bundesweit 3G- und später 2G-Regelungen, die den Zugang zu Arbeitsplätzen, Veranstaltungen und öffentlichen Einrichtungen erheblich einschränkten.

Dem Mandanten wurde vorgeworfen, einen Arzt dazu angestiftet zu haben, in seinem Impfbuch wahrheitswidrig zu vermerken, er habe eine Impfung gegen Covid-19 erhalten.
Die Staatsanwaltschaft erhob daraufhin Anklage wegen Anstiftung zum Ausstellen unrichtiger Gesundheitszeugnisse vor dem Amtsgericht Recklinghausen.

Der Vorwurf wog schwer. Nicht nur strafrechtlich, sondern auch gesellschaftlich war das Thema hochsensibel. Für den Mandanten bedeutete das Verfahren eine dauerhafte Belastung – insbesondere, weil es ihn über einen langen Zeitraum begleitete.

Herausforderung: Schlechte Beweislage

Aus Verteidigungssicht war die Ausgangslage schwierig. Die Beweislage stellte sich zunächst als belastend dar:

  • Es lag eine Blutprobe des Mandanten vor

  • Die Sachverständige kam in ihren schriftlichen Ausführung zu dem Ergebnis, dass wohl keine Impfung erfolgt sei

  • Der betroffene Arzt war zwischenzeitlich rechtskräftig verurteilt worden

  • In dessen Verfahren wurde bekannt, dass er in erheblichem Umfang Scheinimpfungen vorgenommen haben soll

Hinzu kam ein weiterer, nicht zu unterschätzender Faktor: die extreme Dauer des Verfahrens.
Über Jahre hinweg schwebte das Strafverfahren wie ein Damoklesschwert über dem Mandanten – mit erheblichen Auswirkungen auf sein Privatleben und seine Familie.

Gerade diese Kombination aus belastender Beweislage und jahrelanger Unsicherheit machte das Verfahren für den Mandanten psychisch besonders schwer.

Strategie: Blick auf das Gesamtbild

Strafverteidiger Ippolito entschied sich bewusst für einen strategischen Ansatz, der nicht auf Eskalation, sondern auf Lösung ausgerichtet war.

Bereits frühzeitig suchte er das Gespräch mit Gericht und Staatsanwaltschaft. Dabei rückte er mehrere Punkte in den Fokus:

  1. die außergewöhnlich lange Verfahrensdauer,

  2. die weiterhin bestehenden medizinischen Unsicherheiten rund um Corona-Impfstoffe und Antikörperbildung,

  3. sowie die persönlichen und familiären Belastungen des Mandanten.

Zudem machte Ippolito deutlich, dass eine weitere strafrechtliche Aufarbeitung kaum Erkenntnisgewinn bringen würde. Im Gegenteil:
Es drohten jahrelange weitere Instanzen, erneute Sachverständigengutachten und eine Fortsetzung der Unsicherheit – mit offenem Ausgang.

Ziel der Verteidigung war es daher, das Verfahren endgültig zu beenden, ohne ein Urteil zu riskieren.

Ergebnis: Einstellung der Verfahrens

Die Verteidigungsstrategie ging auf.

Strafverteidiger Ippolito gelang es, sowohl das Gericht als auch die Staatsanwaltschaft davon zu überzeugen, die Corona-Zeit auch strafrechtlich hinter sich zu lassen.

Man einigte sich auf eine Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldauflage, deren Höhe einem monatlichen Lohn des Mandanten entsprach.

Für den Mandanten bedeutete dies vor allem eines: Rechtssicherheit und das Ende einer jahrelangen Belastung.

Ergebnis: Einstellung des Verfahrens. Keine Strafe. Kein Eintrag im Führungszeugnis.

Fazit: Verhandlungsgeschick zahlt sich aus

Dieser Fall zeigt, dass Strafverteidigung nicht immer im Prozess bis zur letzten Instanz bestehen muss. Gerade in komplexen und politisch aufgeladenen Verfahren – wie jenen aus der Corona-Zeit – ist der Blick auf das große Ganze entscheidend.

Hier hätten sich problemlos weitere Jahre gerichtlicher Auseinandersetzungen anschließen können, insbesondere zur Frage der Antikörperbildung und medizinischer Beweisführung.
Diese Unsicherheiten, kombiniert mit der langen Verfahrensdauer und der besonderen gesellschaftlichen Lage, konnte Strafverteidiger Ippolito gezielt zugunsten des Mandanten nutzen.

Ergebnis: Einstellung des Verfahrens. Keine Strafe. Kein Eintrag im Führungszeugnis.

FAQ zum Fall

1. Was bedeutet Anstiftung zum Ausstellen unrichtiger Gesundheitszeugnisse?

Der Vorwurf richtet sich in der Corona-Zeit gegen Personen, die einen Arzt oder eine andere berechtigte Stelle dazu bringen, falsche Gesundheitsangaben – also Impfungen – zu bescheinigen, obwohl diese nicht erfolgt sind.

2. Warum spielte die lange Verfahrensdauer eine so große Rolle?

Eine lange Verfahrensdauer kann strafmildernd wirken oder – wie hier – ein starkes Argument für eine Einstellung sein, da der Sinn und Zweck von Strafe immer weiter abnimmt, je mehr Zeit verstreicht.

3. Welche Vorteile hat eine Einstellung des Verfahrens?

Eine Einstellung bedeutet: kein Urteil, keine Strafe und kein Eintrag im Führungszeugnis. Das Verfahren ist endgültig beendet.. Zudem kann ein neues Verfahren nicht noch einmal wegen genau diesem Tatvorwurf stattfinden.

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